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13.04.2020
Marina Kara
Comer Immobilienmanagement GmbH & CO. KG. Persönlichhaftende Gesellschafterin: Comer Beteiligung GmbH, Geschäftsführer Michael, Peter Moor
Landsberger Allee 366, 12681 Berlin

Landsberger Allee 366, 12681 Berlin
Landsberger Allee 366, 12681 Berlin

Seit 1995 ragt ein seltsam anmutendes Nachwendeprojekt, genannt „Pyramide Berlin“, in den Himmel an der stark befahrenen Landsberger Allee, Ecke Rhinstraße. Der weithin sichtbare, 23-geschossige Hochhauskomplex im Bezirk Marzahn mit rund 43.800 qm Gesamtnutzfläche sieht so aus der Zeit gefallen aus, wie das abblätternde Vermietungsschild davor: als stünde er seit Jahren leer bzw. würde denkbar schlechte Geschäfte machen. Das kann auch an der spiegelnden Fassade liegen, aber einladend wirkt die Architektur definitiv nicht.


Ursprünglich von der Fundus-Gruppe (Hotel Adlon, Grand Hotel Heiligendamm) als geschlossener Immobilienfonds finanziert, verkaufte diese wegen zu geringer Mietauslastung den Koloss 2006 weiter an das zur britischen Comer Group International gehörende Unternehmen „Prunash Limited“.


Beim Richtfest 1994 sprach Fundus-Chef Anno August Jagdfeld noch von einem Signal, "das unseren Glauben an die Entwicklung im Osten Berlins dokumentiert". 2004 ermittelte die Staatsanwaltschaft gegen den Immobilienfonds Fundus, weil die Vermietung der „Pyramide Berlin“, nicht die Erwartungen der Anleger erfüllten. "Der Bürokomplex ist zu 58,8 Prozent ausgelastet, das ist kein schlechter Wert für den Ostteil Berlins", erwiderte der Sprecher der Fundus-Gruppe Johannes Beermann damals. „Der Fonds läuft derzeit nicht gut - aber die Pyramide ist im Osten da nicht die Ausnahme."


Am 31.10.2007 berichtete die Berliner Zeitung, siehe auch: https://www.berliner-zeitung.de/die-pyramide-wird-europaeischer-hauptsitz-der-britischen-comer-group-von-london-nach-marzahn-li.55044


„In der Pyramide will die Comer Group ihr neues Head-Office für Europa einrichten. Das 1984 von drei Iren gegründete Immobilienunternehmen war zunächst in Irland tätig, ehe es seinen Firmensitz nach London verlegte.“


Neben Büros soll es in der „Pyramide Berlin“ ein Fitness-Studio, eine Kantine und Catering im Gebäude für Konferenz- und Tagungszentrum geben. Scheinbar ist das Projekt, das aus der DIG Deutsche Industrie- und Gewerbebau GmbH Immobilienmanagement & Co. hervorgegangen ist, inzwischen abgeschrieben und die Eigentümer haben das Interesse daran verloren. Jedenfalls steht es denkbar lieblos in der Gegend herum und sollte dringend eine Schönheitskur und Nutzungsaufwertung erhalten.