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15.07.2018
Theresa Keilhacker
Land Berlin, vertreten durch die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH (geplanter Wechsel zur WBM in Kooperation mit GSE gGmbH)
Rathenower Straße 15-18, 10559 Berlin


2011 wurde das Gebäudeensemble Rathenower Straße 15-18 aus der bezirklichen Nutzung genommen und mit dem Ziel der „planungsgebunden Vermarktung“ in das Treuhandvermögen des Liegenschaftsfonds Berlin GmbH überführt. Es erfolgte im März 2011 der Aufstellungsbeschluss für einen B-Plan (Mischgebiet und Gemeinbedarfsfläche), der dann nicht mehr verfolgt wurde. Seitdem lässt die BIM den Standort verwahrlosen und teilweise leer stehen, die politischen Richtungen drehen sich mal hier, mal dorthin.


In einer Presserklärung vom 20.11.2015 kündigte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt 30 Millionen Euro für kostengünstigen und experimentellen Wohnungsbau an. Ziel des Programms war die Förderung von experimentellem und innovativem Bauen im Geschosswohnungsbau.


Für die Realisierung des ausgewählten Wettbewerbsbeitrages der S. E. K. Architektinnen im Rahmen des SIWA-Programms „Experimenteller Geschosswohnungsbau in Berlin“ mit „Besonderen Wohnformen“ für die Rathenower Str. 15-18 in Berlin Mitte sieht man bis heute keine aktive Bautätigkeit vor Ort. Das von den Architekten Gerd Neumann, Dietmar Grötzebach und Günter Plessow 1974-78 errichtete Jugendzentrum verwahrlost seit Jahren, obwohl es eigentlich unter Denkmalschutz gestellt gehört und dringend für soziale Nutzungen gebraucht wird.


Für das von der GSE erarbeitete Konzept wurden Fördermittel in Höhe von mehr als 5 Mio. Euro bewilligt. Das Konzept sieht vor, das schützenswerte Gebäudeensemble durch Teilabriss und einen ergänzenden Neubau für Wohnen zu zerstören. Dafür müsste der B-Plan geändert werden, was wiederum viele Jahre Stillstand bedeuten würde. Drei Planungsbüros sind beauftragt, überzeugende Lösungen für die Bebauung des Standortes zu erarbeiten. Für diese Vorstellung und Diskussion gab es am 23.1.2019 eine öffentliche Veranstaltung, siehe auch: https://www.wbm.de/magazin/beitrag/einladung-staedtebauliches-konzept-rathenower-strasse-am-2301/


Nachtrag vom 28. März 2019:
Der Gebäudekomplex in der Rathenower Str. 15-18 in Moabit, entworfen und realisiert von Dietmar Grötzebach / Gerd Neumann / Günther Plessow zwischen 1974-1978 wurde inzwischen vom Deutschen Architekturmuseum in Kooperation mit der Wüstenrot Stiftung auf die Liste der bedrohten #SOSBrutalism Denkmäler gesetzt, siehe auch: http://www.sosbrutalism.org/cms/15802395#18861796



Veranstaltungshinweise:
Am Freitag, 1. November 2019 findet von 9.30 Uhr bis 15 Uhr ein öffentliches Brutalismus Symposium im Zille Klub der Rathenower Str. 17, 10559 Berlin statt, um für den Erhalt des Gebäudeensembles in der Rathenower Straße 15-18 zu werben. Und am Dienstag, 12. November 2019, 19 Uhr findet entsprechend ein Nutzer*innen Workshop statt, Anmeldung unter: info@wem-gehoert.berlin. Ein Plakat zur Veranstaltung mit weiteren Hinweisen findet Ihr hier und hier die Zusammenfassung in einem tollen Filmbeitrag.


Nachtrag vom 29. November 2019: Der Fall Rathenower Str. 15-18 wird kurz beim 30. „Runden Tisch Liegenschaftspolitik“ im Abgeordnetenhaus vorgestellt und dafür geworben, das Gebäudeensemble bitte nicht teilweise abzureißen, um die Anerkennung als Denkmal zu erwirken und die sozialen Nutzungen vor Ort zu halten. Eine gemeinwohlorientierte Genossenschaft könnte in Erbpacht die Liegenschaft übernehmen und endlich mit der dringend notwendigen Instandhaltung beginnen.


Offener Brief vom 17. Dezember 2019: zahlreiche Unterzeichner*innen aus Zivilgesellschaft und Fachschaft fordern beim Prozess zur Rettung des Jugendzentrums Rathenower Str. 15–18 in Moabit Beteiligung und bitten das Landesdenkmalamt zusammen mit den Senatsverwaltungen Kultur und Europa, Stadtentwicklung und Wohnen, sowie Integration, Arbeit und Soziales einen Runden Tisch einzuberufen, um das Jugendzentrum Rathenower Straße 15-18 in Moabit als Ganzes zu retten. Siehe auch: http://www.architektenfuerarchitekten.de/wordpress/?p=6541#more-6541