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23.05.2018
Carlo Korte und Regina Schönfeld
Project Wohnbau 52 GmbH & Co. KG, Hausverwaltung: BGV mbH (Berliner Gesellschaft für Vermögensverwaltung mbH)
Trettachzeile 15, 13509 Berlin



Das Wasserwerk Tegel wurde 1898 nach den Plänen des Ingenieurs Emil Prinz erbaut: östlich der Bahnstrecke Berlin-Kremmen und südöstlich des Bahnhofs Tegel. Alle erforderlichen Anlagen von den Brunnen bis hin zum Wasserturm, vom Wohnhaus, Maschinenhaus und der Enteisenungsanlagen wurden architektonisch einheitlich gestaltet. Durch rasches Ansteigen der Einwohnerzahl Tegels mussten Erweiterungsbauten 1902 (zweite Enteisenungsanlage) und 1907/08 (Maschinenhaus) durchgeführt werden. Mit der Eingemeindung Tegels in die Stadt Berlin im Januar 1920 wurde später auch die Wasserversorgung zentralisiert und das Tegeler Wasserwerk 1924 stillgelegt. 1927 erfolgte der Umbau des Maschinenhauses in ein Wohnhaus und die Betriebseinrichtungen wurden für die Städtischen Wasserwerke ausgebaut. 1928 wurde der 30 m hohe Wasserturm abgebrochen, um die Unterhaltungskosten einzusparen.


Das „alte Wasserwerk Tegel“ befindet sich in der heutigen Trettachzeile 15 und gilt als Denkmalensemble. Wenn man hier zwischen den alten Gebäuden und Gärten über das Kopfsteinpflaster läuft, kommt man sich fast vor wie auf einem Dorfanger. Auf dem Gelände befinden sich ein kleiner Wald, ein Eiskeller, zwei Brunnen, sowie Wohnen und Gewerbe. In den Werkstätten arbeiten nun seit vielen Jahren eine Auto- und eine Motorradwerkstatt. In den beiden Wohngebäuden leben 9 Mietparteien in bester Nachbarschaft mit den Gewerbeeinrichtungen.


Die Besitzer des Geländes wechselten mehrfach: nach den Berliner Wasserwerken fiel es an die GSW, dann die Deutsche Wohnen und wurde 2017 an die Project Immobilien (firmiert unter Project Wohnbau 52 GmbH Co.KG) verkauft. Diese wollen die Werkstattgebäude abreißen und diese Flächen, die Gärten und den Wald massiv mit hochpreisigen Eigentumswohnungen bebauen.


Für das Gebiet fand im Zeitraum 9.04.2018 - 4.05.2018 eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit gemäß § 3 Abs. 1 BauGB zum Bebauungsplan 12-63 statt, der den Abriss einiger Wirtschaftsgebäude und Garagen zulassen könnte, ferner die Fällung einiger Bäume.


Wir als Bürgerinitiative „altes Wasserwerk Tegel“ arbeiten mit vielen Unterstützern zusammen, um Reinickendorf und Berlin davon zu überzeugen, dass eine gemeinwohlorientierte Entwicklung des Geländes durchaus machbar ist durch die Errichtung von sozialverträglichen Gebäuden, die Erschließung für die Allgemeinheit, das Ansiedeln von kulturellen Einrichtungen etc., ohne das Refugium zu zerstören.


Durch eine Bebauung mit Augenmaß, den Erhalt der Natur und der Werkstätten kann die Anmut des Ensembles erhalten werden und die Bestandsmieter*innen können bleiben.


Unterstützen Sie uns dabei!

Kontakt: trettachzeile@gmx.de oder facebook: trettachzeile oder altes wasserwerk tegel


Und beteiligt Euch bis spätestens 1. Februar 2019: https://www.berlin.de/ba-reinickendorf/politik-und-verwaltung/aemter/stadtentwicklungsamt/stadtplanung-und-denkmalschutz/bebauungsplaene/bebauungsplan.686447.php