Eine riesiges Büroimmobilie im 90ger Jahre Charme ganz in der Nähe des Hermannplatzes in Neukölln steht offensichtlich leer und ist nur notdürftig von einem Bauzaun umgrenzt. Auf der Website der Vermarkter steht das „BIC Hasenheide“ als Objekt Projektentwicklung und Fondsmanagement, mit einer Mietfläche: ca. 32.000 m² auf 10 Geschossen und mit 325 Stellplätzen. Es heißt dort auch wörtlich: „Trotz anfänglich schwierigem Marktumfeld konnte sich die Immobilie durch ihr Alleinstellungsmerkmal „Größe“ durchsetzen und ist bis heute ein erfolgreiches Investment.“
Wie ist das möglich?
Offenbar durch den Senat von Berlin. Der möchte nach Auskunft der Berliner Zeitung vom 30./31. Mai 2026 für ein Auftragsvolumen von 18,92 Millionen den Hasenheide-Komplex in ein Flüchtlingsheim für bis zu 1.500 Menschen umbauen lassen. Und zwar durch die Grundstückseigentümerin Logos Grundstücks-Treuhand GmbH bzw. die mit ihr verbundene Logos Grundstücks-Treuhand GmbH & Co. Kantdreieck KG.
Die Berliner Zeitung schreibt „In der EU-Zuschlagsbekanntmachung heißt es dazu: „Die Vermieterin wird im Rahmen des Mietvertrages dazu verpflichtet, den Mietgegenstand unter Beachtung des Mietzwecks zunächst auf eigene Kosten auszubauen und herzurichten. Die Kosten werden anschließend über einen Zeitraum von zehn Jahren monatlich vom Mieter abbezahlt.“
Dazu käme noch die „normale“ Miete. Sie soll monatlich 1,22 Mio kosten.
Kann das sein?
Berlin würde nach dieser Rechnung rund 150 Millionen Euro über 10 Jahre für die Miete der Großunterkunft zahlen. Plus Betreiben der Flüchtlingsunterkunft? Das wären nochmal obendrauf 60-80 Euro pro Kopf für Unterbringungskosten.
Wollen wir Geflüchtete nicht lieber in kleinen Einheiten und dezentral unterbringen?
Der Tagesspiegel brachte im Dezember 2025 folgende Kosten auf den Tisch: „2020 zahlte das Land Berlin insgesamt 312 Millionen Euro für die Bereitstellung der Unterkünfte. 2024 betrugen die Gesamtkosten 883 Millionen Euro.“
Für dieses Geld könnte man auch landeseigene Immobilien für Studierende und Geflüchtete herrichten, es gibt dafür in anderen attraktiven Städten wunderbare Best Practise. Vertan wurde diese Chance bei inzwischen abgerissenen landeseigenen Immobilien, z.B. An der Urania 4-10 in Schöneberg (mehr...) oder in der Invalidenstraße 57-60, Nähe Hauptbahnhof (mehr...).
Seit 2008 steht aber zum Beispiel die landeseigene Liegenschaft an der Potsdamer Straße 186 in Schöneberg leer (mehr...), die man auf diese Weise wieder sinnvoll nutzen könnte ohne Geld zu verschleudern.